Cannes – Festival international du film

Geschrieben von Dan Daniell

Nun zu Klaus. Klaus DER Künstler, jüngerer Bruder von Heidi, ist ein Freund, mit dem ich gerne diskutiere, missioniere, philosophiere, etwas unternehme und erlebe. Bei Klaus ist vieles möglich und nichts unmöglich. Was nicht ist, kann noch werden und was wurde, ist vorbei oder geht in die Geschichte ein. Klaus’ Humor ähnelt manchmal dem einer getrockneten Zwetschge. Hilfsbereit, allzeit bereit und von allem befreit. Er kennt alle mit Rang und Namen und viele, die erst noch dazu gelangen oder gelangt werden. Klaus ist Klaus und irgendwie ist es ein grosses Glück, so jemanden als guten Freund zu haben. Vieles hätte ich nie erlebt, so oft hätte ich nicht geschmunzelt, mein Gesicht wäre runzelfrei geblieben ohne Klaus.

Auf nach Cannes zum Festival International du Film

Freundlich wurden wir an diesem sonnigen, heissen Tag im Restaurant vom Hilton, in Cannes beim Festival International du Film, empfangen. Speis und Trank genossen wir in vollen Zügen, und die Hitze in unseren Körpern nahm rapide zu. Polanski, Til Schweiger, Christopher Lambert, Catherine Deneuve, Mario Adorf, Isabelle Adjani, Gérard Depardieu, Tom Cruise, Dustin Hoffmann, Ursula Andress etc. Alle, alle waren sie da, diese Leinwandhelden. “Nur nicht rot werden, am besten so tun als wäre man das gewohnt.”, dachte ich und stocherte im Salade Niçoise herum.

Nach dem Essen richteten wir unsere Liegestühle in der ersten Reihe gemütlich zurecht. Billig war dieses Sonnenliegen nicht. Aber einmal im Jahr, man gönnt sich ja sonst nichts. Umwerfend dieser Ausblick aufs Meer, überall Wasser, nichts als Wasser. Ah – Brigitte Nielsen oben ohne, umringt von hundert Fotographen – Wahnsinn. Diese Gummiboote, Yachten und Segelschiffe. Heidi suchte wie eine bekloppte das Oberteil ihres Bikinis, zwei Höschen, aber kein Oberteil, typisch Heidi. So watschelte sie, mit ihrem Louis Vuitton Täschchen, zurück ins Hotel, obwohl ihre zwei Hühnerbrüstchen bestimmt etwas Sonne vertragen hätten. Frauen… “Klaus, ziehst du dich nicht aus?”. “Doch, doch” brummte er zurück und schnürte die mal schwarz gewesenen Halbschuhe auf. Darunter kamen zwei im Zopfmuster selbst gestrickte Schafswollsocken zum Vorschein. Klaus krempelte die Hosenbeine hoch. Siehe da, die langen Unterhosen vom Winterskifahren zierten seine Laufinstrumente.

“Im Mai lange Unterhosen, was es nicht alles gibt.”

Abends dann gegen 15:00 Uhr, Heidi, Klaus, Florian und ich an der Strandbar vom Hotel Martinez. Vor uns lag die Meeresbühne vom Französischen TV-Sender M3. Alle Berühmtheiten trafen sich zum Bla-Bla-Bla auf dieser Bühne. Da wir nicht alles sehen konnten, sagte ich: “Auf, lasst uns in Hotel gehen, im siebten Stock gibt es eine Bar, da können wir alles von oben beobachten und begutachten.” Eins, zwei, drei folgte mir die Truppe durch hunderte Fans vor dem Hoteleingang. Als mich ein Securitas vor dem Eingang fragte, wer, wohin und warum wir ins Hotel wollten, erklärte ich wie ein aufgescheuchtes Huhn: “Das sind Stars aus Switzerland, VIP, Polanski ist waiting for us!” Und schon standen wir unter all dem Fan-Gekreische an der Fahrstuhltüre. Ab in den siebten Stock.

Als die Fahrstuhltür sich öffnete, liefen mir Heidi, Klaus und Florian wie Küken hinterher. Der Flur war lang und sehr pompös. Am Ende dieses langen Schlauches, eine offene Zimmertür. Ein Schreibtisch mit einem Gorilla-ähnlichem Wesen dahinter, das französisch nach unseren Einladungen fragte. “Heidi, die Einladungen!”, kreischte ich sie an. “Oh, die hab ich wohl im Zimmer vergessen.”, lächelte sie und wühlte in ihrer Handtasche. “Hier, Hier”, strahlte sie und hielt diesem Monster von einem Mann eine meiner Autogrammkarten unter die Nase. Der verstand gar nichts mehr, ging kurz ins Nebenzimmer, kam wieder und gab uns zu verstehen, ohne Einladungen kein Zutritt.

Wie in einer schlechten Choreographie drehten wir uns auf dem Absatz und watschelten alle den langen Gang zurück. Zimmer 738 war offen. Ich ging hinein, direkt auf den Balkon zu, die drei Enten mir hinterher. Den Mann, der mit seinem Laptop hantierend auf dem Bett sass, bemerkten wir gar nicht. Endlich frische Luft auf einer wundervollen Terrasse mit französischem Ausblick direkt auf die TV M3 Bühne. Vom Unbekannten auf dem Bett, der seinen Kopf immer wieder vom Balkon zu Tür, Tür zu Balkon drehte, hörten wir 10 Minuten nichts, überhaupt nichts. Irgendwann stand auch er auf dem Balkon und fragte erstaunt was das Ganze soll. “Champagner für alle, und ein paar Lachsbrote bitte!” Der Unbekannte verdrehte die Augen: “Das ist mein Privatzimmer, was machen sie hier?”

“Ach, das ist nicht die Panoramabar vom Hotel?”

“Nein, nein, nein das ist keine Bar, und jetzt raus!” Ich dachte der Gute verliert die Beherrschung. So watschelten wir laut lachend sieben Stockwerke hinunter zur Lobby.

Jedes Mal wenn wir in Cannes waren, erlebten wir sensationelle Tage, unvergessliche Stunden und einzigartige Momente. Alles kann und darf ich gar nicht erzählen, ich bin ja keine Plappertante. Gewisse Geheimnisse kann sogar ich für mich behalten. OK, noch eine kleine Geschichte beim letzten Starrummel mit Klaus und mir.

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1 Comment

  1. Kilian Huber 26. May 2017 at 13:28

    Du hast dein Traum gefühlvoll verfolgt uns bist deinenen Mitmenschen immer herzlich entgegen gekommen!
    Für mich bist du ein Vorbild!
    Gruss K

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