Wandern auf den Spuren der Zermatter Vorfahren 

Copyright-Kulturwege-Zermatt

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Viele von uns haben sicherlich schon von der atemberaubenden Spiegelung des Matterhorns in einigen Zermatter Seen gehört. Doch es gibt noch so viel mehr in Zermatt zu entdecken, einschliesslich dem Zermatter Kulturweg.

Wie alles begann

Der Kulturweg eröffnet einem die Möglichkeit, die unglaubliche Flora und Fauna zu erkunden und den Spuren der Geschichte von Zermatt und dessen Kultur zu folgen. Diesen spannenden Kulturweg verdanken wir René Biner, der vor etwa 10 Jahren durch sein Interesse über die Geschichte Zermatts das Projekt ins Leben rief sowie seinem Team von der Interessengemeinschaft «Zermatt – wandern und entdecken», welche seither mit viel Herzblut und Engagement den Kulturweg erschaffen haben.

In Zermatt gibt es drei spannende Etappen des Kulturwegs, die zu Fuss erkundet werden können. Zwei Etappen wurden bereits im Jahr 2019 und 2021 realisiert. Der dritte Abschnitt, genannt Aroleyt, von Zmutt über Furi, Fleschen, zum See, Blatten, Ärdbrich nach Zermatt feierte seine Eröffnung vergangenen Samstag, 24. Juni 2023 mit musikalischer Begleitung und einem feinen Apéro, gesponsert vom Restaurant zum See und vom Verein Alts-Zermatt.  

Für diejenigen, die an der Eröffnung nicht dabei waren: Freuen können wir uns auch schon auf einen neuen Kulturweg im Dorf mit zwei Etappen, welche voraussichtlich im Jahr 2025 und 2027 ihre Eröffnung feiern. 

Wanderkarte der Kulturwege in Zermatt ©Verein Alts-Zermatt

Was es zu entdecken gibt 

 Auf diesen Wanderungen 🥾 trifft man auf Wohnhäuser, Ställe, Stadel und Speicher aus vergangenen Jahrhunderten. Als Höhepunkte zählen der Weiler Zmutt, der als ältester Weiler in der Schweiz gilt sowie der wohl älteste Stadel Europas, der im Weiler Herbrigg zu finden ist. Dieser stammt aus dem Jahr 1260/1261, was durch die Analyse von Holzjahrringen und anderen wissenschaftlichen Verfahren bestätigt werden konnte.  

In Zermatt’s traditioneller Architektur finden sich viele spannende Elemente. Die Ackerterrassen sind ein gutes Beispiel dafür. Diese wurden genutzt, um auf den steilen Hängen landwirtschaftliche Flächen zu erschliessen. Heute sind sie ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und bieten herrliche Aussichten auf die umliegenden Berge. 
Ebenfalls interessant ist die Geschichte der Luchsfallen in Zermatts Wäldern. Diese wurden früher genutzt, um die Populationsdichte dieses Raubtiers zu regulieren. Inzwischen haben die Fallen jedoch ihre Funktion verloren und sind mehr touristische Attraktion als alles andere. Trotzdem ist es faszinierend, einen Einblick in die Geschichte dieser Tiere zu erhalten. 

Auch einen Abstecher zu den Bauernhöfen von damals, lohnt sich. Hier kann man sehen, wie die Menschen vor Jahrhunderten gelebt haben und welche Arbeitsschritte heute noch unverändert sind.  

Jede Etappe des Kulturwegs bietet eine andere Aussicht auf die Berge, die Landschaft und die eindrucksvolle Natur. Die verschiedenen Wege bieten eine bunte Mischung aus einzigartigen Sehenswürdigkeiten, atemberaubenden Aussichtspunkten und interessanten Geschichten. So kann man bei einem Spaziergang die Kultur Zermatt’s erleben und einen Einblick in die Geschichte der Region gewinnen. Der gesamte Kulturweg mit seinen drei Etappen ist in einer Laufzeit von zweieinhalb Stunden begehbar.  

Vermutlich ältester Stadel Europas – Aus dem Sockel, dem ersten und dem zweiten Geschoss wurden elf Proben entnommen, die alle auf das Jahr 1260 und 1261 weisen. Auch der First stammt aus dieser Zeit.  ©Verein Alts-Zermatt

Alle Informationen und Hintergründe zu den Gebäuden können auf einem Flyer oder durch den Scan des QR-Codes auf den Infotafeln und Wegweisern entnommen werden. 

Eine Schlaufe zur Schönbielhütte – ein Paradies für Naturfreunde 

Wenn nach einer weiteren Abwechslung zum wohl bekanntesten Wanderweg, dem 5-Seenweg gesucht wird, ist ein Abstecher zur Schönbielhütte eine lohnenswerte Empfehlung. 
Diese Tour ist besonders als Bike-Tour zu empfehlen. Bei dieser Tour gibt es manche Highlights, wie zum Beispiel die Pumpstation in Zmutt (1972 m. ü. M.), die als leistungsstärkste Station der Anlage von Grande Dicence gilt. Die Quelle dieser Gewässer liegt in den Bergen oberhalb der Vispa, wo sich der Bis- und Schaligletscher sowie auch die Gewässer des Gornergletschers befinden. 
Weiter führt der Weg bei der Stafelalp an einer Alpsennerei vorbei. Die Alpsennerei Stafel kann von Montag bis Sonntag in der Hochsaison besichtigt werden und bietet täglich frischen Käse, Ziger und Milch an. Der Arbenbachfall ist ein weiteres Highlight auf der Strecke und bietet die perfekte Gelegenheit für eine kleine Rast. Dort befindet sich eine weitere Pumpstation. Diese Pumpstation fördert das Wasser des Zmutt-Getschers auf eine höher gelegene Ebene von 250 Metern in den dort liegenden Hauptstollen. 

Kurz vor der Schönbielhütte laden dann noch der kleine See und die Aussicht auf die Nordwand des Matterhorns zum Verweilen ein. 

Arbenbachfall und Blick auf Matterhorn Nordwand © Zermatt Tourismus

Autorentipp 😉: Die Tour in zwei Tage aufzuteilen und in der Schönbielhütte übernachten! 💤 

Es lohnt sich, die vielen Wanderwege bei Furi, Zmutt und Stafelalp sowie den Kulturweg zu erkunden. Nicht nur, dass du einzigartige Einblicke in die lokale Kultur bekommst, du kannst auch die spektakuläre Landschaft, die Berge und die Natur geniessen. Zudem bieten die verschiedenen Kulturrouten eine abwechslungsreiche Möglichkeit, um die Atmosphäre Zermatts zu erleben. Also, worauf wartest du noch? Pack deine Sonnencrème ein und entdecke den Zermatter Kulturweg!  😎🌞🥾

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