Spotted – ausserhalb von Zermatt

Man muss es einmal live gesehen haben, das berühmte und einzigartige Matterhorn. Was die Wenigsten wissen: Der Berg der Berge ist nicht nur von Zermatt aus zu bestaunen.

4’478 Meter Höhe, eine symmetrische Pyramidenform und freistehend. Das ist das Wahrzeichen der Schweiz, das Matterhorn oder «z’Hore», wie es die Einheimischen nennen.

Was viele nicht wissen: Das Matterhorn lässt sich nicht nur in Zermatt bestaunen, sondern auch von Randa und Täsch aus. Ich verrate euch meine Geheimtipps, die sich dann zu besuchen lohnen, wenn man ein einzigartiges und nicht alltägliches Matterhorn-Foto mit nach Hause nehmen möchte.

Was macht diese Orte zu Geheimtipps?  

1. Sie sind nicht mit der Bahn erreichbar und setzen somit eine gute physische Kondition voraus.
2. Sie sind etwas abgeschieden, also keine Touristenspots.
3. Sie lassen sich mit weiteren spannenden Erlebnissen wie Hüttenübernachtungen kombinieren.

Auf dem Europaweg dem Matterhorn entgegen

Vorab muss ich den Europaweg erwähnen, um etwas Verständnis für die weiteren Fotopoints zu schaffen. Auf der Zweitageswanderung von Grächen nach Zermatt sieht man das Matterhorn immer wieder: mal von ganz weit weg, ab und zu nur der Zipfel und dann ganz nahe und exponiert. Da eine Zweitageswanderung mit Übernachtung in der Europahütte jedoch nicht jedermanns Sache ist, zeige ich euch ein paar Matterhorn-Fotopoints, die zwar am Europaweg liegen, jedoch an einem Tag oder gar in ein paar Stunden erreicht werden können.

Erster Stopp: Randa

Mit der Matterhorn Gotthard Bahn ist Randa von Visp aus in 50 Minuten erreichbar, bis nach Zermatt sind es anschliessend nur noch 15 Fahrminuten.

Das Dorf Randa von oben aus gesehen
Sommer in Randa © Michael Portmann

Das charmante Bergdorf lockt vor allem wegen der Charles Kuonen Hängebrücke. Mit 494 Metern ist sie die längste Fussgängerhängebrücke der Welt. Die Brücke wird auf dem Europaweg überquert, kann aber auch auf einem Rundweg von Randa aus erreicht werden. Die Überquerung dieser spektakulären Brücke ist dir nicht genug? Einmal oben bei der Hängebrücke angekommen, gibt es mehrere Möglichkeiten, das Matterhorn zu erblicken. Zwar nicht ganz ohne Anstrengung, dafür aber mit jeder Menge Belohnung fürs Auge.

Grüengarten

Beim Höispiel, südlich der Hängebrücke, wandern wir aufwärts dem Wegweiser in Richtung Grüengarten entlang. Die Wanderung führt uns noch etwa 50 Minuten den Berg hinauf. Der Weg ist vielseitig und kurzweilig und bald schon zeigt sich der Zipfel vom Matterhorn – ein einzigartiges Gefühl! Im Grüengarten oberhalb der Waldgrenze angekommen, öffnet sich ein traumhaftes Panorama. Breithorn, Weisshorn und Bietschhorn sind nur ein paar der Bergriesen, welche wir hier zu sehen bekommen. Und gerade weil man das Matterhorn nicht ganz freistehend vor die Linse bekommt, ist dies meiner Meinung nach ein ganz besonderer Matterhorn-Fotospot.

Springelbode

Der Weg zum Springelbode auf 2’219 m gehört zu meinen Lieblingsaufsteigen. Der Wanderweg führt uns vom Campingplatz in Randa steil hinauf über Steine, Holztritte und Waldwege. Bereits vor dem Ziel zeigt sich das Matterhorn mit jedem Schritt etwas mehr. Oben angekommen lässt die Aussicht die Strapazen der relativ strengen, aber wunderschönen Wanderung bald vergessen. Von hier aus gibt es verschiedene Möglichkeiten die Wanderung fortzusetzen:

– Weiter in Richtung Süden zur Täschalp oder nach Zermatt (Sunnegga)
– In Richtung Norden zur Hängebrücke oder Europahütte
– Über den Kinhüttenweg zur Kinhütte
– Über diverse Abstiege zurück ins Tal (hiervon rate ich aber erstmal ab, es gibt noch viel zu entdecken 😉)

Dom- und Kinhütte

Neben den zwei genannten Matterhorn-Spots in Randa sieht man «z’Hore» auch von der Domhütte auf 2’940 m und von der Kinhütte auf 2’584 m aus. Beide Berghütten sind Ausgangspunkte zu diversen 4’000ern. Auch ohne Bergbesteigung empfehle ich einen Besuch mit Übernachtung. Nach einem langen Aufstieg kann man sich nämlich schön ausruhen und abends den Sonnenuntergang und die Hüttenstimmung geniessen. Morgens nach Sonnenaufgang und Hüttenfrühstück geht es dann gestärkt zurück ins Tal und weiter nach Täsch.

Halt in Täsch

In Täsch ist Schluss für Autos, denn ins autofreie Zermatt gelangt man nur mit dem Zug. Der Shuttle fährt alle 20 Minuten und erreicht Zermatt nach nur 10 Fahrminuten. Aber auch ein Besuch in Täsch lohnt sich: Der alte Dorfkern lädt zum Verweilen ein, der Schalisee sorgt im Sommer für eine angenehme Abkühlung und sogar Wasserskifahren ist möglich. Wir aber sind auf der Suche nach dem Matterhorn, also ab in die Höhe.

Das Dorf Täsch
Dorfzentrum in Täsch © unbekannt

Eggstadel  

Von Täsch aus führt uns eine Strasse in ein Bergtal auf 2’210 m. Die sogenannte Täschalp ist mit dem Auto, zu Fuss oder mit dem Bike begehbar. Ich empfehle natürlich die sportlichen Varianten: Wandern oder Biken. Für Biker ist der Aufstieg über die doch relativ steile Strasse der einfachste Weg (denkt dabei immer an die tolle Abfahrt, die bevorsteht 😊). Für Wanderer geht es auf direktem Weg zur Kapelle am Täschberg, dann wieder über die Bergstrasse oder querfeldein den Wanderweg hoch. Das Matterhorn zeigt sich auf halber Strecke, beim Eggstadel, in seiner vollen Pracht.

Das Matterhorn von Eggstadel aus gesehen
Sonnenaufgang am Matterhorn beim Eggstadel. © Annika Truffer

Höispiel

Ich bin mir sicher, dass du dich beim Eggstadel noch nicht satt gesehen hast am Matterhorn und der schönen Natur. Also führen wir unsere Wanderung fort zum Höispiel (nicht zu verwechseln mit dem Höispiel bei der Hängebrücke in Randa), einem schönen Aussichtspunkt mit Kreuz. Hier lohnt es sich eine Pause einzulegen und das Panorama, die Bergluft und das Gefühl von Freizeit zu geniessen.

Das Matterhorn vom Höispiel aus gesehen
Zeit für Innehalten und Pause beim Höispiel in Täsch. © Annika Truffer

Ottavan

Wer genug hat, der kann jetzt guten Gewissens die Rückkehr ins Tal antreten. Ich aber würde sagen , wir bleiben und gehen ein kurzes Stück weiter hinauf auf den Europaweg und weiter zur Täschalp, auch genannt Ottavan. Hier zeigt sich das Matterhorn zwar nicht, dafür hat man Zeit, um die Füsse im Mellichbach abzukühlen, den Kühen beim Weiden zuzuschauen oder sich im Täschalp Restaurant & Lodge kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Die Täschalp
Auf der Täschalp triumphiert nicht das Matterhorn, sondern das Weisshorn. © Annika Truffer

Weingartensee

Von der Täschalp ist es noch etwa eine Stunde Marsch zur Täschhütte auf 2’701 m. Zwar sieht man auch von hier das Matterhorn nicht, dafür begeistert jedoch der Blick aufs Zinalrothorn und das Weisshorn. Zeit für eine Zwischenverpflegung oder gar eine Übernachtung inmitten der Viertausender der Mischabelgruppe. Wer das Matterhorn bereits vermisst, der sollte nun unbedingt einen erneuten Aufstieg in Angriff nehmen. Über viel Gestein geht es hoch zum Weingartensee. Wer jetzt Wein, einen Garten oder Bergsee erwartet, der wird enttäuscht. Stattdessen gibt es viel Gestein, ein kleiner Tümpel und eine atemberaubende Aussicht. Schau selbst…

Steine, Felsen und ein traumhaftes Panorama beim Weingartensee oberhalb der Täschhütte. © Annika Truffer

Zurück auf der Täschalp bieten sich mehrere Möglichkeiten für die Rückkehr ins Tal:

Taxi zurück nach Täsch
– Abstieg zu Fuss z.B. via Blasboden, wo man übrigens das Matterhorn ebenfalls in seiner vollen Pracht betrachten kann
– Abfahrt auf dem Bikeweg (Endlich, das Strampeln auf die Täschalp hat sich gelohnt!)

Und wer noch nicht genug vom Matterhorn hat, der wandert auf dem Europaweg weiter bis nach Sunnegga, stets mit Blick «ufs Hore». Von der Sunnegga gelangt man dann Fuss, mit der Bahn oder gar mit dem Kickbike hinunter nach Zermatt.

Zermatt – no matter what

Egal wie schön die Fotospots in Randa und Täsch sind, ein Besuch in Zermatt ist ein Must-Do. Vor allem im Winter, wenn die genannten Spots in Randa und Täsch aufgrund des viele Schnees nicht zugänglich sind. In Zermatt wartet nicht nur das schneebedeckte Matterhorn auf dich, sondern auch 360 perfekt präparierte Pistenkilometer.

Skigebiet Zermatt
Skifahren stets mit Blick aufs Matterhorn, ein Traum! © Annika Truffer

Alle Fotopoints in Zermatt findest du zudem hier:
Sommer
Winter
Blog “Das perfekte Matterhorn Bild”

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You May Also Like