#perfectbynature: Kristalle, die Schätze der Alpen

Im Alpenraum trift man immer wieder auf Schätze jeglicher Art. So auch auf Kristalle – die funkelnden Steine bzw. Mineralien sind nicht so einfach zu finden. Die Suche nach diesen Mineralien wird Strahlern genannt. Und ein solcher Strahler ist Bruno Mooser, er erzählt uns seine Geschichten auf der Suche nach den schönsten Kristallen Zermatts.

Viele Jahre schon bin ich in der Natur unterwegs und suche nach Kristallen💎. Um genau zu sein, mehr als 20 Jahre. Immer im Sommer, sobald die hochalpinen Zonen vom Schnee befreit sind, begebe ich mich auf ca. 3’000 m und versuche mein Glück, das eine oder andere Mineral zu finden. In der Zone rund um Zermatt spricht man von sogenannten Micromounts. Wir reden von Kleinmineralien in der Grösse von 0,5 – 1 cm. In der Zone von Saas Fee bis hin ins Piemont lassen sich auch heute noch schöne Stücke finden. Wo einst seltene Stücke den Weg in Museen in London oder der Schweiz fanden, sind auch heute noch bemerkenswerte Funde zu machen.

Strahlen – die Suche nach Mineralien

Strahlen ist schlicht und einfach das Suchen nach Kristallen oder Mineralien. Sind es in unseren Zonen eher Kleinmineralien, findet man in vielen Gebieten der Schweiz dann auch richtig grosse Kristalle. Wo früher viele der schönen Steine mit wenig Aufwand zu finden waren, ist doch heute die Kristallsuche eher schwieriger. Eines ist jedoch gleich geblieben, das Strahlen kann nicht über Nacht erlernt werden. Wie so vieles im Leben muss auch dieses erlernt werden. Viel Erfahrung, Wissenswertes im Umgang mit der Natur und deren Gefahren kann manchmal überlebenswichtig werden. Dazu sind geografisches Wissen, in welchen alpinen Zonen sich die Mineralien verstecken, unerlässlich. Aber manchmal ist es dann wieder nicht ganz so schwierig, vielmal kann man mit einer Wanderung über Gletscher oder Moränen sehr bemerkenswerte Funde machen.
Bevor aber mit dem eigentlichen Strahlen begonnen werden kann, sind einige Anschaffungen unumgänglich. Hier die wichtigste Grundausrüstung, damit die Tour vorbereitet werden kann:

  • Hammer (Fäustel)
  • Klufthaken
  • Meissel flach und spitz
  • kleiner Flachmeissel
  • Strahlstock
  • evtl. Pickel
Material
Ausrüstung für Strahler © Bruno Mooser

Wetterbedingte Kleidung, gutes Schuhwerk, genügend Essbares, all das in einem genügend grossen Rucksack gehört zum Standard eines jeden Mineraliensuchenden. Da wir zum Teil bis in Höhen von 2’500 – 3’000 Meter über Meer aufsteigen, kann es vorkommen, dass man bis zu zehn – zwölf Stunden unterwegs ist. Dazu braucht es die nötige Kondition.

Auf der Suche nach Kristallen in Zermatt mit Bruno Mooser

Am Vorabend meiner Strahlertour schaue ich mir natürlich den Wetterbericht an. Da für die nächsten Tage schönes Wetter vorhergesagt wird, beginne ich meine Tour zu planen. Die Gegend innere/äussere Rimpfischweng ist mein Ziel. Hier wurden schon in früheren Jahren schöne Funde von Granat und Vesuvian gemacht. Ich hoffe auf Aufschlüsse, die entstehen, wenn Regenwasser in die Gesteinsschichten eindringt und durch Gefrieren den Fels zersprengen. Oder ich halte Ausschau nach Sturzblöcken, welche immer wieder mal auf dem Gletscher und den Moränen frei werden. Mit geschultem Auge entdecke ich vielmal Rodingitblöcke, welche im Grünschiefer und Serpentin kleine Adern bilden. In diesen kristallenen Adern eingelagert, verstecken sich manchmal in kleinen Spalten schöne Mineralien von Vesuvian oder Granat. Nach mehrstündigem  Aufstieg bin ich in den inneren Rimpfischweng angekommen.

Auch hier sind die letzten «heissen»  Sommer nicht spurlos vorübergegangen. Der Gletscher hat viele Meter Volumen/Masse verloren, was für mich sicher ein Vorteil sein kann. Die Gletscher aber so zu sehen, lassen meine Augen feucht werden. Wir sind definitiv im Klimawandel angekommen. An einer Stelle, welche schon in früheren Jahren mein Interesse weckte, finde ich bald einmal schöne kleine Vesuviane. Dieses bemerkenswerte Mineral gehört in der Tat zu den schönsten rund um Zermatt. In einer sogenannten Kontaktzone verborgen im Lehm mit Chloritsand, kann ich ein paar prächtige Vesuviane bergen. Ein unbeschreibliches Gefühl durchdringt meinen Körper. Obwohl die kleinen Stufen noch verborgen im Lehm stecken, erahne ich die Qualität und Reinheit dieser Prachtexemplare. Schier unglaublich, was die Natur für Überraschungen in sich birgt. In all dieser Euphorie scheint die Zeit im Nu verflogen zu sein. Ich sollte meinen Rückzug in Angriff nehmen, da dieser mehrere Stunden dauert. Den «Himmelsstein» habe ich diesen Sommer dann auch noch gefunden!!! Aber das ist eine andere Geschichte.

Kristalle – strahlend schöne Steine

Das Suchen und Finden der Mineralien und Kristalle ist das eine. Wenn man so wie ich auch edle Steine verkauft, müssen diese natürlich noch gereinigt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Kalklösliche Mittel, Präparate auf Säurebasis oder ganz einfach nur einen kleinen Hochdruckreiniger. Je schöner der Glanz und je seltener das Mineral, umso besser der Preis.
Aber noch viel wichtiger ist das Erlebnis in gottesfreier Natur, die Begegnung mit unzähligen Wildtieren und letztlich nach jeder Tour immer wieder gesund heimzukehren.

“Je schöner der Glanz und je seltener das Mineral, umso besser der Preis. Aber noch viel wichtiger ist das Erlebnis in gottesfreier Natur, die Begegnung mit unzähligen Wildtieren und letztlich nach jeder Tour immer wieder gesund heimzukehren.”

Bruno Mooser

Info Box

Nicht nur Steine können funkeln, diese schöne Wanderung verdient ihren Namen.
Überzeugt euch selbst: Wanderung – Kristallweg 🥾💎
Entdecke hier eine zweite Leidenschaft von Bruon Mooser 🦅

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