Die Gornerschlucht – ein etwas anderer Klettersteig

Geschrieben von Fabienne Fux-Schaller, Team Zermatt Tourismus

Die Gornerschlucht in Zermatt ist ein Überbleibsel der letzten Eiszeit und entstand im Verlaufe von vielen tausend Jahren. Das Schmelzwasser des zurückgehenden Gornergletscher floss mit grosser Geschwindigkeit ins Tal und formte dabei die heutige Gornerschlucht mit tiefen Schluchten und glatt abgewaschenen Steinen und Felsen.

Genau diese Schlucht kann in Form eines Klettersteigs und im Beisein eines Bergführers durchquert werden. Hört sich das nicht spannend und abenteuerlich an?

Das Abenteuer in der Gornerschlucht kann beginnen

Noch kurz einen Kaffee trinken und schauen, ob wir auch die gesamte Kletterausrüstung sowie Fotokamera und Handy dabei haben. Und dann begeben wir – vier bekannte Blogger, der Bergführer und ich – uns kurz nach neun Uhr voller Vorfreude zum Einstieg in den Klettersteig Gornerschlucht. Dieser liegt etwas unterhalb der Station Furi und ist nicht ganz einfach zu finden. Neben all der Vorfreude gibt es aber auch ein paar Fragezeichen. Was erwartet uns? Vielleicht eine anstrengende Kletterpartie? Nasse Füsse? Unüberwindbare Hindernisse? … Aber hoffentlich jede Menge Abenteuer und Spass!

Auf einem schmalen Weg geht es immer tiefer nach unten. Man kann sich dabei schon mal etwas auf die kommenden Stunden vorbereiten und seine Trittsicherheit beweisen.
Etwas weiter unten angekommen, wird die Kletterausrüstung angezogen und vom Bergführer kontrolliert, ob auch alles ordnungsgemäss sitzt. Gleichzeitig gibt uns der Bergführer Anweisungen, wie wir uns verhalten sollen und was wir zu unserer und seiner Sicherheit unbedingt beachten müssen. Eigentlich einfach, aber gleichzeitig auch die wichtigste Regel: jeweils zuerst einen Sicherheitskarabiner umhängen und dann erst den zweiten. So ist man zu jeder Zeit gesichert und wird bei einem möglichen Fall gehalten. Also unbedingt merken!

Was benötigt man eigentlich für Material?

  • Wetterfeste Kleidung
  • Helm
  • Klettergurt
  • Klettersteigset
  • falls vorhanden ein paar Handschuhe, damit man sich an den Seilen besser halten kann
  • falls gewünscht kleiner Rucksack, der gut anliegt
  • ein wenig Mut und viel Vorfreude

Der Bergführer benötigt dasselbe Material sowie zusätzlich ein Seil und verschiedene Karabiner und Sicherungshacken.

Und los geht’s auf dem Klettersteig

Aber nun genug über Material und Sicherheit geredet, es kann losgehen. Wir hacken uns also mit beiden Sicherheitshacken am Seil ein. Dabei steigen wir immer tiefer in die Schlucht. Gleich zu Beginn folgt die erste Herausforderung – eine Abseilstelle hinunter auf den Grund der Schlucht. Speziell dabei, es geht über eine Kante und man sieht zu Beginn nicht wie tief es ist und wohin es geht.

Anschliessend geht es über Eisentritte und -stangen den Felsen entlang durch die Schlucht. Mal nach oben, dann wieder nach unten und unter einem immer das tosende, türkisfarbene Wasser des Gornergletschers.

Nach einigen Tritten und etlichem Mal aus- und einklinken der Sicherheitskarabiner folgt ein weiteres Highlight. Nachdem wir uns durch eine kleine tunnelartige Öffnung gezwängt haben, folgt eine lange Tyrolienne (Seilbahn) durch die Schlucht auf die andere Seite. Was für ein tolles Gefühl in rasantem Tempo durch die Schlucht zu «fliegen».

📸 Nicht vergessen: Zwischendurch immer mal wieder innehalten, ein paar Fotos oder Videos machen und die imposante Schlucht auf sich wirken lassen.

Weiter geht es über die Himalaya Brücke. Dabei wird es auch den schwindelfreien unter uns etwas mulmig. Ein Balanceakt auf einem schmalen Brett und je einem Seil links und rechts, welche auch nicht ganz verhindern können, dass man etwas hin und her schaukelt.

Es folgen wieder Treppen und Passagen, wo man sich ganz nahe am Fels fortbewegt. Dann kommt das Pendel. Das Ziel: sich an einem Seil von einer Seite auf die andere zu schwingen.
Tipp: Wer mag, kann vorher noch das eine oder andere Mal die Schlucht rauf und runter schaukeln.

 

 

 

 

 

 

 

Während des Klettersteigs Gornerschlucht folgen eine weitere Tyrolienne und Abseilstelle und dann rückt das Ende schon allmählich näher. Aber vorher geht es noch über einen Holzbretterpfad und entlang von steilen, hohen Wänden zum Ausgang.

Am Ende angekommen sind wir alle noch voller Adrenalin, beeindruckt von der Schönheit der Schlucht, der abgeschliffenen, glatten Felsen und dem türkisblauen, kalten Gletscherwasser. Aber sicher auch etwas müde von der Kletterpartie, welche viel Konzentration fordert. Und selbstverständlich sind wir jetzt, da es Mittag ist, auch etwas hungrig.

Es kommt uns ganz gelegen, dass das Restaurant Blatten ganz in der Nähe ist und wir auf der Sonnenterrasse bei einem kühlen Getränk und feinem Mittagessen gemütlich den Morgen Revue passieren lassen können. Dabei darf selbstverständlich nicht fehlen, dass wir unsere Bilder und Eindrücke auf unseren Social Media Kanälen teilen und somit unser Abenteuer in Zermatt mit vielen anderen Personen teilen.

Wir sind uns alle einig: Es war ein eindrückliches und abenteuerliches Erlebnis.

An dieser Stelle gebührt auch ein grosses Dankeschön an unseren Bergführer Dany Biner, dass er uns begleitet und sicher zur Schlucht hinausgeführt hat – und das ohne nasse Füsse.

Facts

Länge und Dauer: 1 km abwärts in ca. 3 – 4 Std.
Höhepunkte u.a.: drei Abseilstellen, drei Seilbahnen, ein Pendel und die Himalaya Brücke
Anforderungen: Schwindelfreiheit
Hinweis: Es ist untersagt die Gornerschlucht ohne einen Bergführer zu begehen.

Erfahrene Bergführer können über die Zermatters gebucht werden.

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