Der Gornergrat Zermatt Marathon

Geschrieben von Julia Gesswein, Gastautorin des Team Hotelier

Marathonläufer sind schon eine ganz eigene Spezies. Bereits Tage vor dem Lauf konnte man die super schlanken Sportler mit kräftigen Beinen in Zermatt ausmachen. Mit ernster Miene und Tunnelblick liefen sie durch die Gassen, das Ziel des Gornergrat Zermatt Marathons, der am 1. Juli 2017 stattfand,  fest im Blick.

Der Gornergrat Zermatt Marathon ist einer der schönsten aber auch anspruchsvollsten Marathons in Europa. Die besondere Herausforderung der bis zu 1970 Höhenmeter wird mit einmaligen Aussichten belohnt. So habe ich mir jedenfalls sagen lassen… Denn ich selbst gehöre der Gemeinschaft der Begleiter eines Athleten an. Nicht nur als Teilnehmer, sondern auch als Begleiter ist der Sport-Event einfach grandios. Mit dem Begleiter-Ticket konnte ich die gesamte Strecke mitfahren. So war ich direkt beim Start in St. Niklaus für ein paar letzte aufmunternde Worte dabei.

Für die ersten 20 Kilometer bis Zermatt haben sich die Veranstalter etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Die fahrende Tribüne parallel zum Läuferfeld. Fantastisch! So konnte ich schon aus dem Zug heraus den Sportlern zurufen und nach meinem Läufer Ausschau halten. Im Zug knüpfte ich auch gleich erste Kontakte mit anderen Begleitern. Stolz vergleicht man während des Rennens die Ergebnisse “seines Läufers” und hat alle Zeiten im Kopf – ganz so, als wäre man selbst der Athlet.

Halbzeit für die Marathonläufer – Start für den Halbmarathon

In Zermatt führt die Strecke am Bahnhof vorbei, wo der Halbmarathon startet. Ausschau-haltend bejubelte ich frenetisch mit anderen Zuschauern und Begleitern jeden der vorbei hechelnden Läufer. Die Strapazen der ersten Höhenmeter waren schon deutlich zu sehen. Mit einer besseren Zeit als ich eigentlich erwartet hatte, sah ich meinen Läufer kommen. Die Power-Gels hatte ich schon griffbereit in der Tasche.

Ich jubelte, motivierte, versorgte …

… und schon ging es weiter. Eine weitere Chance zum Jubeln hatte ich auf der Höhe des Parkhotel Beau Sites. Die Marathonstrecke macht einen weiten Bogen und so konnte ich mit meinen flinken Füssen perfekt abkürzen und schon mit dem 2. Paar Schuhe in der Hand beim nächsten Kontaktpunkt wieder warten. Ja, neben Power-Gels, Power-Wasser und Ähnlichem, hatte ich selbstverständlich auch Wechselschuhe dabei. Denn die ersten 24 Kilometer des Zermatt Marathons folgen grossteils Asphaltstrassen. Erst danach starten die richtigen Trails. Ich habe mir sagen lassen: „Mit Trailschuhen läuft es sich nicht gut auf Asphalt und mit Asphaltschuhen nicht gut auf Trails.“ Ja, was soll’s, versorgen wir unsere Athleten eben auch mit Schuhen. Mache ich ja eigentlich gern.

Danach fuhr ich auf Sunnegga und traf dort schon die ersten bekannten Gesichter anderer Begleiter. An dieser Stelle möchte ich mich einmal herzlich bei den freiwilligen Helfern bedanken. Wasser, Cola, Bouillon, Bananen, Toast, Wasserschwämme und so weiter waren vorbereitet. Bei den Verpflegungsstationen wurde den Marathonläufern persönlich Aufmerksamkeit geschenkt. Ihr habt motiviert, bejubelt und umsorgt. Ohne euch Helfer wäre dieser Sport-Event gar nicht erst möglich gewesen. Habt vielen Dank!

Zermatt Marathon Verplfegungsstation auf Sunnegga (c) Julia Gesswein
Die Athleten stärken sich auf der Verpflegungsstation Sunnegga.

Warum ich das gerade hier betone? Das Stück durch Patrullarve und Tufteren ist zwar wunderschön von Arvenwäldern und Almwiesen geschmückt, doch innerhalb von 11 Kilometern müssen 680 Höhenmeter überwunden werden. So sah man viele Sportler die letzten Meter nur noch gehen. An Rennen war gar nicht zu denken. Daher war die Verpflegungsstation am Ende der etwas fiesen Steigung Gold wert!

Nachdem mein Läufer auch diese Station durchschritten hatte, eilte ich mit der Sunneggabahn wieder hinunter nach Zermatt, rannte zur Gornergratbahn und fuhr auf der anderen Seite des Tales wieder hinauf. An der Riffelalp angekommen konnte ich auf der Seite von DataSport sehen, dass mein Athlet die Zeitmessung bereits passiert hat und fuhr also direkt weiter zum Riffelberg. Auch das ist ein fantastischer Service für alle Begleiter. Ich muss mir keine Sorgen machen und habe auch keine Gefahr, meinen Läufer zu verpassen. Ich benötige lediglich ein Smartphone und die Startnummer. Einfach super!

Marathon-Endspurt: Der steilste Streckenabschnitt

Schon aus der Bahn heraus sieht man das steilste Stück, das nach der Riffelalp auf die Läufer zukommt. Auf einer Strecke von 3 Kilometern geht’s nochmals 360 Höhenmeter hinauf. Die Hände in den Hüften oder auf den Oberschenkeln abgestützt, schleppt sich hier auch der beste Marathonläufer nur noch gehend hinauf. Ich leide irgendwie mit. Darum laufe ich von der Station ein paar Meter hinab und feuere jeden Teilnehmer nochmals mit voller Kraft an. Ein Stück weit versuche ich mit meinem Läufer mit zu joggen, schon nach ca. 20 Metern bin ich völlig fertig

Dankbarer Weise verläuft der letzte Teil der Strecke nochmal über einen Bogen, so dass man bergab ins Ziel laufen kann und nicht ganz so leidend auf den Zielfotos dreinschaut. Das gibt mir auch wieder die Gelegenheit, bereits im Ziel jubelnd auf die Finisher zu warten. Mit tosendem Applaus und Jubelschreien, man könnte auch sagen Erleichterungsrufen, begrüsse ich meinen Athleten im Ziel. Irgendwo ist man ja auch als Begleiter nervös und hofft, dass alles gut geht – und natürlich erleichtert, wenn es geschafft ist und sein „Schäfchen“ gut und gesund im Ziel ankommt.

Die Krönung aus Läufersicht sind die heissen Duschen. Selbst bei Cityläufen ist die Infrastruktur mit Verpflegungsstationen und Duschen nicht so gut, wie sie in Zermatt ist. 40 Stationen bei den Herren, sicher nochmals so viele bei den Damen und alle fördern heisses Wasser. Spitze!

In seiner Gesamtheit betrachtet, ist der Gornergrat Zermatt Marathon ein gelungenes Event, der sowohl für die Läufer selbst als auch für die Begleiter wärmstens zu empfehlen ist!

Mir jedenfalls hat’s riesen Spaß gemacht 🙂

Facts zum Gornergrat Zermatt Marathon:

  • Immer am ersten Samstag im Juli
  • -> Save the date: 7. Juli 2018
  • Marathon: Länge 42km | Höhenmeter 1469 | Start: St. Niklaus | Ziel: Riffelberg
  • Ultramarathon: Länge 45,6km | Höhenmeter 1973 | Start: St. Niklaus | Ziel: Gornergrat
  • Halbmarathon: Länge 21,1km | Höhenmeter 1336 | Start: Zermatt | Ziel: Riffelberg

 

 

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3 Comments

  1. Joel Baeriswyl 11. July 2017 at 22:01

    Bonjour,

    Les données concernant la course ne sont pas justes:
    Le marathon fait 42.195 Km et 1970 m D+
    L’ultra marathon fait 45 km et 2390 m D+

    Bien à vous
    J.Baeriswyl

    Reply
  2. sabine vogel 12. July 2017 at 14:35

    hallo, liest sich super dein bericht. man erlebts nichmals 😀 nur eins höhenmeter marathon 1994m 😀 oh ich seh grad bin die zweite die “motzt” 😀 grüessli sabine vogel

    Reply
  3. didi 16. July 2017 at 9:37

    !!! Please notice: !!!

    Le marathon fait 42.195 Km et 1944 m D+
    L’ultra marathon fait 45 km et 2458 m D+

    ! ! !

    Reply

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