Die ersten Schweizer Digitaltage live aus Zermatt – Matterhorn

Digitalisierungsstrategie «Bonfire» ©Zermatt Tourismus
Bei den jährlich stattfindenden Digitaltagen der Schweiz war das Wallis bis anhin ein weisser Fleck auf der Landkarte. Zermatt – Matterhorn hat dies am 2. und 3. November 2020 geändert – ein Rückblick.

Mit dem Ziel der Sensibilisierung der Bevölkerung auf die Digitalisierung führt digitalswitzerland seit ein paar Jahren jährlich den Digitaltag durch. Führende Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und Politik unterstreichen mit ihrer Anwesenheit die Relevanz des schweizweit dezentral durchgeführten Anlasses.

Auf der Hand lag, dass die Digitaltage in Zermatt – Matterhorn sich ausschliesslich mit dem Thema Digitalisierung im Tourismus beschäftigen sollen. So ist unsere Destination mit ihrer Digitalisierungsstrategie «Bonfire» doch einer der Vorreiter im touristischen Umfeld, wenn es um den Wandel hin zum Megatrend «Digitalization» geht.

Von grossen Ambitionen, über Corona, hin zu prägnantem Inhalt

Aus einem anfänglichen Feuerwerk aus Ideen entstand ein solides Programm, das wichtige Themen für die Bevölkerung der Destination, insbesondere die Mitglieder von Zermatt Tourismus und interessierte aus der ganzen Schweiz aufgriff. Bei der Kürzung des anfänglich gross aufgezogenen Inhalts hat die aktuelle Situation um gesundheitliche Bedenken sicher keine unwesentliche Rolle gespielt. Einige Inhalte wären mit den Online-Durchführungen der einzelnen Formate nicht mehr möglich gewesen. So beschränkten wir uns in der Organisation und Kommunikation auf aktuelle und relevante Themen.

Wir versuchten den Puls der Bevölkerung zu spüren und haben retrospektiv sicherlich den Nerv des ein oder anderen getroffen. Wichtig bei der Durchführung war uns stets, dass die Digitaltage als Dialog stattfinden und dass die Interessierten sich interaktiv beteiligen können. Dass sie Fragen, Bedenken, Anregungen aber auch Lob aussprechen konnten. Die digitale Hürde zeigte sich hier dennoch, so war die Masse der Interaktion eher ernüchternd. Dennoch sind wir der Meinung, hier einen weiteren Schritt Richtung Aufbau eines digital Mindsets in der Bevölkerung gemacht zu haben.

Die ersten schweizer Digitaltage live aus Zermatt
Kurzerhand haben wir bei Zermatt Tourismus ein Moderations-Studio eingerichtet ©Christian Ziörjen

Ein Rückblick auf die einzelnen Formate

Die Aufzeichnungen zu den einzelnen Formaten können hier wiedergegeben werden: www.zermatt.ch/digitaltage

Bonfire-Kiosk
In 4 Sessions zu den Themen digitales Meldewesen, Destinationsgutscheine, E-Mail-Marketing und Destinations WiFi konnten unsere firmeneigenen Spezialisten rund 40 Interessierten einen ganz pragmatischen Approach zum Handling der einzelnen Produkten geben, den Nutzen aufzeigen und schwelende Ängste nehmen bzw. Vertrauen schaffen

Referat Tech Trends im Tourismus
Gilberto Picareta vom Tech-Giganten Salesforce gab, unterstützt von Bonfire CEO Andreas Mazzone einen Einblick in die digitale Entwicklung in der Welt des Tourismus. Gemeinsam gaben sie bildhaft die optimale Customer Journey eines fiktiven Gastes in Zermatt – Matterhorn wieder. Wie können uns die bereits im Einsatz stehenden Tools dabei unterstützen? Was hat der Gast für Vorteile? Was nützt das Sammeln der Daten der Destination? All diese Fragen wurden während des Referats vollumfänglich beantwortet.

Die ersten schweizer Digitaltage live aus Zermatt
Tech-Giganten Salesforce ©Salesforce

TELL-Workshop
TELL ist der Name, den digitalswitzerland den interaktiven Workshops rund um die Digitaltage gegeben hat. Gemeinsam mit 30 Interessierten haben wir 3 Fragen rund um die Kreation von Customer Experience besprochen und erörtert. Die 5 Haupterkenntnisse daraus sind:

  • Einfachheit: Die neuen Tools müssen einfach zu bedienen sein, sei es vom Gast aber auch vom Gastgeber.
  • Vertrauen: Datenhandling ist eine delikate Sache. Mittels rigoroser Einhaltung der Gesetzgebung, kann den Beteiligten gezeigt werden, dass mit ihren Daten seriös umgegangen wird. Zudem sollen die Tools so funktionsfähig sein, dass die Benutzer sich auf sie verlassen können.
  • Alles aus einem Guss: es braucht eine zentrale Stelle für das Handling. Mit der Bonfire AG wurde diese Stelle geschaffen und sie entwickelt sich kontinuierlich weiter.
  • Qualität vor Quantität: Gewünscht ist eine schrittweise Einführung der Tools, damit sich diese in guter Qualität etablieren können, bevor ein nächstes Projekt umgesetzt wird.
  • Gäste und Leistungspartner, die weniger digital-affin sind nicht aus den Augen verlieren. Es gilt Wege zu finden, wie man dieser Gruppe die Digitalisierung und ihre Vorteile näher bringen kann.
Die ersten schweizer Digitaltage live aus Zermatt
Am TELL-Workshop konnten die Teilnehmer an der digitalen Entwicklung teilhaben ©digitalswitzerland

Digitalisierung in der Arbeitswelt by PuraWorka
PuraWorka betreibt nicht nur einen Co-Working-Space im Hotel Mama, sondern setzt sich Weltweit für «Slow Tourism» ein. PuraWorka wollen mit ihrem InnoTour-Projekt die Menschen dazu bringen, länger an einem Urlaubsort zu bleiben und nicht nur ein Sightseeing-hopping zu betreiben. Sie sind überzeugt, dass in der heutigen Zeit ein Grossteil der Arbeit von einem Schreibtisch von überall auf der Welt erledigt werden kann. Die Digitalisierung stösst hier alle Türen auf. So kann der Urlauber beispielsweise einen ganzen Monat in Zermatt verbringen, arbeitet am Vormittag in einem Coworking-Space, erlebt am Nachmittag die Region, bevor er am Abend noch die ein oder andere Pendenz aufarbeitet. Neil Beecroft und Sandrine Julen haben diesen Idealfall an den Digitaltagen in einer anschaulichen Präsentation aufgezeigt.

Die ersten schweizer Digitaltage live aus Zermatt
PuraWorka betreibt einen Co-Working-Space ©PuraWorka

Livestream von der neuen Kumme-Bahn
Die neue Kummebahn wird in der bevorstehenden Wintersaison die ersten Gäste transportieren. Und das ganz ohne Betriebspersonal vor Ort. Wie diese Innovation und Paarung zwischen Digitalisierung und Transportunternehmen bei der Zermatt Bergbahnen AG zustande kam und wie sie implementiert wird, berichtete Markus Hasler live vor Ort. Der Stream ging über den Hauptstreamingkanal von digitalswitzerland in die ganze Welt.

>> Falls du mehr zum aktuellen Bauprojekt erfahren möchtest, empfehlen wir dir die folgenden zwei Blog: Das Projekt Gondelbahn Kumme und Der Countdown läuft

Referat: Innovation im Tourismus und in der Digitalisierung bei der ZBAG
Markus Hasler, CEO der Zermatt Bergbahnen AG zeigte in seinem Referat auf, wie sich das lokale Bergbahnunternehmen der Digitalisierung bedient, um ihren Betrieb innovativer und nachhaltiger zu gestalten. Eindrücklich in Bezug auf die Digitalisierung ist die ganze Prozess- und Mitarbeiterführung mit einer betriebseigenen App, die alle Mitarbeitenden und deren Tätigkeiten (egal ob am Schreibtisch, im Pistenfahrzeug oder am Skilift) miteinbezieht.

Referat: Schutz der Daten – darauf kommt es wirklich an
Der Datenschutzanwalt Dr. Jan Kleiner zeigte in seinem Speech auf, dass das trockene Thema «Datenschutz» durchaus seinen Reiz haben kann. Das richtige Handling mit Daten hat durchaus mit Gastgebertum zu tun. So kann bspw. der Hotelier durch den Richtigen Umgang mit der delikaten Ware «Personendaten» bei seinen Gästen grosses Vertrauen schaffen.

Die ersten schweizer Digitaltage live aus Zermatt
Referat zum Datenschutz ©Andreas Breitling from Pixabay

Conclusion Speach
Kurdirektor Daniel Luggen fasste die Digitaltage kurz und prägnant zusammen und gab der Bevölkerung und insbesondere den Mitgliedern von Zermatt Tourismus motivierende Worte mit auf den Weg. Es lohnt sich, dieses Video gleich selbst anzuschauen und einen Überblick zu erhalten: www.zermatt.ch/digitaltage

Rückblickend waren die ersten Schweizer Digitaltage in Zermatt trotz einiger Turbulenzen in der Organisation und Experimenten mit der Technik ein Erfolg. Die einleitend genannte Sensibilisierung für die Digitalisierung galt hier nicht nur der Bevölkerung sondern auch Zermatt Tourismus und meinem Team, die mit teilweise neuen Methoden Streams, Gespräche und Workshops durchgeführt haben.

Ein kleiner aber feiner Anlass, der eine gute Basis für einen Höhenflug im kommenden Jahr bildet. Gerne werden wir frühzeitig über Datum und Inhalt kommunizieren. Fest steht, dass wir die Inhalte hybrid, digital und physisch wiedergeben werden. So erhoffe ich mir, dass ich mich beim Networking-Apéro mit den Teilnehmern darüber unterhalten kann, wie sie den Event wahrgenommen haben werden.

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