Mein perfekter Biketag

Geschrieben von Jasmin Marti, Gastbeitrag Team Zermatt Tourismus

Schon lange hatte sich mein Vater mit einem Besuch in Zermatt angekündigt. Ein Besuch, bei dem ich mein (noch nicht) vorhandenes «Local Knowledge» über die Bike-Trails an den Tag legen sollte. Nicht vorhanden, weil ich erst seit Dezember 2017 in Zermatt bin und sich der Schnee in den oberen Lagen (sprich: im Bikegebiet) ziemlich hartnäckig gehalten hat. So war mein Trail-Wissen etwas beschränkt. Und genau deshalb hatte ich nichts geplant, aber rausgekommen ist ein Biketag, der für Bähnli-Biker wie auch für Uphill-Radler etwas bietet.

☀ Ein sonniger Samstig anfangs Juni, perfekt für einen Biketag:

Kurz nach 9 Uhr fahren wir gemütlich hoch Richtung Furi, um den Moos-Trail als Aufwärmrunde ein-, zweimal zu fahren. Auch wenn dieser sehr viel Spass macht, zieht es uns ziemlich bald weiter bis nach Z’Mutt. Das Wetter ist gut, die Aussicht ist schön und so erlauben wir uns, bereits das erste Mal in die «Beiz» zu sitzen. Wir planen schliesslich den ganzen Tag auf dem Bike zu sein, da dürfen die Beizen-Stopps natürlich nicht fehlen. Und die soll man ja auf den ganzen Tag verteilen. 😉

Nach dem Kaffee wird’s jetzt zum ersten Mal etwas technischer: wir nehmen den Yo-Yo – Trail zurück nach Zermatt. Nebst 1-2 Spitzkehren ist dieser Trail für uns gut fahrbar und macht definitiv Lust auf mehr.

Zurück im Dorf erlauben wir uns jetzt einige Höhenmeter mit der Bahn zurückzulegen. Hoch geht’s zur Sunnegga. Die Auswahl an Trails, die von hier nach Zermatt runterführen, ist relativ gross und auch verlockend, aber wir wollen noch ein paar weitere Höhenmeter machen. Von Sunnegga fahren wir auf der etwas steilen Kiesstrasse nach Blauherd. Diese Passage ist zwar nicht allzu lang, aber auf dem Blauherd oben hatte ich trotzdem etwas schwere Beine und einen leeren Bidon. Wer jetzt denkt, wir seien schon k.o., der liegt falsch.

Unser Plan ist nun die 4-Seen Tour zu machen. Aber Pläne werden ja bekanntlich gemacht, damit man sie anschliessend wieder über Bord werfen kann. Denn, als wir den Wanderweg zum Stellisee in Angriff nahmen, wurde uns klar, dass wir die Rechnung ohne die Wanderer gemacht hatten. Am Samstagmittag auf dem Wanderweg zum Stellisee fahren?! Das nennt sich wohl Anfängerfehler! So wurde dieser Plan nun eben über Bord geworfen. Denn plötzlich zeigte mein Vater in die Ferne und meinte:

«Schau, siehst du die zwei Biker dort drüben auf der Moräne? Das machen wir jetzt auch!».

Ein Plan B war also schnell gefunden. Zu meinem Glück sah die Fahrt aus der Ferne wirklich noch gut aus und so protestierte ich nicht.

Natürlich mussten wir dafür nochmals etwas an Höhe gewinnen, aber nur ein kleines bisschen. Vom Stellisee zur Fluhalp hoch ist es nicht weit und so standen wir nur wenige Minuten später vor dem Restaurant. Leider hatte das Restaurant noch zu, sonst wäre das wohl die nächste Coffee-Break gewesen. Wahrscheinlich war das aber besser so, denn jetzt – aus der Nähe betrachtet – dämmerte mir langsam, was mich erwarten würde. Der Trail war nicht das Problem, eher der Abgrund, der sich auf der einen Seite auftat. Da ging es einige Meter nach unten.

Meine Fahrt war dann auch nicht sehr flüssig, da sich meine Höhenangst bemerkbar machte. Als dann plötzlich vor mir der Weg weg war, war dann fertig lustig. Mit weg meine ich weg. Da war ein Loch, mehr nicht.

Ich war richtig froh als ich heil auf der Kiesstrasse ankam und dann von ein paar Schwarznasenschafen begrüsst wurde. Bei so vielen süssen Wolli’s hatte ich dann die bangen Minuten von vorhin schnell vergessen.

🚲 Die Wanderer lieben uns

Mittlerweile war es schon halb zwei und mein Magen knurrte gewaltig. Deshalb änderte nun ich den Plan und es ging direkt in die Adler Hitta zum Grill Buffet. Mit vollen Batterien stürzten wir uns eine Weile später in die nächste Abfahrt. Gleich hinter der Adler Hitta führt ein Trail vorbei, der etwas später zwar relativ technisch und steil wird, aber kaum ist das vorbei, folgt ein richtig cooler Weg. Richtig cool heisst in meinem Fall, dass es relativ einfach zu fahren ist, so dass man richtig Gutzi geben kann. Gespickt mit einer Wahnsinns-Aussicht über das Dorf ist dieser Trail womöglich einer meiner bisherigen Favoriten. Der einzige Minuspunkt: es waren einige Wanderer unterwegs. Aber mit «Achtung Biker» rufen und freundlichem «Hallo» – sagen eroberten wir die Herzen der Wanderer im Sturm. 😉Wenn es nur immer so einfach wäre…

🏔 You can’t get enough

Unten im Dorf waren wir immer noch geflasht von der coolen Abfahrt. Deshalb mussten wir einfach nochmals zur Sunnegga hoch, um eine weitere Abfahrt zu machen, bevor wir uns auf der Snowboat Terrasse bei einem Bier wieder fanden.

Möchtest du auch deinen perfekten Biketag in Zermatt erleben? Hier gibt es ein paar coole Vorschläge: www.zermatt.ch/Dein-perfekter-Biketag

PS: Am nächsten Tag hatte ich etwas Muskelkater. Aber nicht in den Beinen, sondern in den Armen. Vielleicht sollte ich das nächste Mal weniger auf den Bremsen hocken. 😉

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