Meine 5 Geheimtipps für Alpinisten in Zermatt

©Patrice Biner
Wo Bergsteiger ins Schwärmen kommen. Willkommen auf dem grössten alpinen Spielplatz weit und breit!

Zermatt – Matterhorn, umgeben von 38 Viertausendern. Klingt verlockend, oder? Das dachte ich mir auch und entschied im Herbst 2018 kurzerhand, mein Basecamp ins Mattertal zu verlegen. Und naja, bis heute bereue ich es keine Sekunde, denn was es hier alles zu entdecken und erleben gibt, ist schlichtweg grossartig. Dieser Blogpost ist mein Versuch, fünf Highlights für Bergsteiger in meiner nicht mehr ganz so neuen Heimat zusammenzufassen. Viel Spass beim Lesen. 😊

1. Über den eigenen Schatten springen – an 365 Tagen im Jahr

Ob bei Sonnenschein und stahlblauem Himmel, bei Schneefall oder bei einer nassen Abkühlung durch Regen, Alpinismus wird in Zermatt an 365 Tagen im Jahr angeboten und ausgeübt. Wenn du einmal etwas anderes ausprobieren möchtest, das überhaupt nicht wetterabhängig ist, dann solltest du den dynamische Klettersteig in der Gornerschlucht unbedingt auf deiner Bucketlist stehen haben. Es ist ein Klettersteig der etwas anderen Art, denn man steigt ab und nicht auf! Begleitet wird dein Abenteuer vom Tosen der Gornera, die über Jahrtausende hinweg die Schlucht geformt hat. Bitte beachte: Dieses Abenteuer ist ausschliesslich mit einem lokalen Bergführer möglich. Das ist übrigens nicht der einzige Klettersteig, der etwas anderen Art. Auch die “La Traversata” ist ein eher ungewohntes Erlebnis für regelmässige Klettersteigbenutzer. Hier bist du mit den Ski unterwegs! Eine absolut unschlagbare Kombination aus Skitour, Klettersteig und Freeriden 🤩.

2. Im Winter mit den Tourenskis oder Schneeschuhen, im Sommer mit Steigeisen

Das ewige Eis ist etwas Mächtiges, etwas Beeindruckendes, etwas Faszinierendes. Jedes Mal, wenn ich auf einem Gletscher unterwegs bin, schaue ich mich staunend um und lausche dem Rauschen des Gletscherwassers, das weit unter mir fliesst. Wie es da unten wohl aussieht? 🤔 Nun, als Berggängerin ist es nicht unbedingt mein Ziel, herauszufinden, wie es da unten so ist, schliesslich möchte ich ja nicht in eine Spalte fallen. Im Winter 2020 hat sich am Fusse des Matterhorns eine Höhle im Gletscher geöffnet, die gerne von den Bergführern mit ihren Gästen besucht wird. Das muss eine unglaublich faszinierende und intensive Erfahrung sein! Dies hat meine Neugierde geweckt. Werde ich mich trauen, unter die dicke Eisschicht zu gehen? Ich denke schon. Ich kann es auf jeden Fall kaum erwarten!

3. Die Ikone

Wenn du mich fragst, dann sollte auf der Bucketlist jedes Bergsteigers das Matterhorn stehen. Markant und allein steht es am Ende des Mattertals und kaum kommt es in Sichtweite, spürt man dessen Anziehungskraft. Viele Geschichten und Mythen ranken sich um den wohl bekanntesten Berg der Schweiz. All dies trägt zu seiner Faszination bei.

Das wirkt sich auch auf die Anzahl Personen am Berg aus, das ist bekannt. Du fragst dich jetzt, warum ich dir trotzdem empfehle, diesen Berg zu besteigen? Nun, es ist schlichtweg ein toller Berg! Schon ein Abend auf der Hörnlihütte ist ein bleibendes Erlebnis. Manche sind angespannt, manchen ist die Vorfreude ins Gesicht geschrieben. Und der Moment, wenn du am Aufstieg bist und die ersten Sonnenstrahlen erscheinen, ist schlichtweg atemberaubend.

Die meisten Leute besteigen das Matterhorn via Hörnligrat. Es gibt allerdings auch diverse Überschreitungsmöglichkeiten und wenn dir das noch nicht genug ist, dann kannst du, wie Andy Steindl und François Cazzanelli, auch alle vier Grate aufs Mal machen. 😉 Mein persönlicher Tipp: Geh mit einem lokalen Bergführer. So startest du als eine(r) der ersten und profitierst von deren exzellenten Kenntnissen des Berges. Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen, es lohnt sich 😎

4. Gratwanderung zwischen Italien und der Schweiz

Pollux und Castor, Liskamm, Monte Rosa – Namen, bei denen das Herz jedes Alpinisten und jeder Alpinistin schneller zu schlagen beginnt. All diese Gipfel und viele weitere befinden sich direkt auf oder nahe der Grenze zwischen Italien und der Schweiz, oberhalb von Zermatt. Und sie können alle in einem Zug bestiegen werden! In fünf Tagen führt die so genannte Spaghetti-Tour über ca. 11 4000er und ist gespickt mit diversen Superlativen: Dufourspitze – der höchste Punkt der Schweiz, Capanna Margherita – die höchstgelegene Hütte Europas, …Zudem sieht man auch auf den nächsten und letzten Punkt meiner Bucketlist, den Dom – der höchste Berg, der sich komplett auf Schweizer Staatsgebiet befindet.

5. Top of Switzerland

Wenn du von Zermatt in Richtung Täsch und Randa schaust, so fallen zwei Bergriesen auf der rechten Seite auf. Der erste und etwas markantere Berg ist das Täschhorn, daneben, nicht ganz 60 m höher, steht der mächtige Dom. Das Täschhorn kann beispielsweise vom Biwak im Mischabeljoch bestiegen werden. Wer es nicht dabei lassen möchte, kann weiter steigen und die Überschreitung des Doms anhängen. Der Dom, den man gewöhnlich von der Domhütte oberhalb von Randa aus besteigt, ist allerdings auch allein eine spannende und lange Tour, sei es via der Normalroute oder dem Festigrat. Alle Varianten versprechen lange Tage umgeben von den höchsten Bergen der Schweiz. Wenn du auf einem der beiden Gipfel stehst, solltest du unbedingt nach Westen schauen. Dort thront das Weisshorn, eine wunderschöne weisse Pyramide. 😍

Wie du siehst, gibt es hier einiges zu tun und zu entdecken. Eins verspreche ich dir, es gibt noch viel mehr als ich hier erzählt habe. Du bist nun neugierig geworden und schon fast dabei deinen Rucksack zu packen, aber brauchst noch Tipps👀? Unsere Bergführer geben dir gerne Auskunft!

Auf bald im Bergsteigerparadies, Claudine 🙌

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